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Hallo,

ich bin ein Nordlicht, Jahrgang 92, und wollte evtl. von Zeit zu Zeit ein paar Gedanken bloggen, die mir durch den Kopf gehen.

Lasst gerne Kommentare da und beurteilt das gelesene.

Es würde mich freuen und mir vielleicht auch helfen.
Liebe Grüße!

Alter: 24
 


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Blog

Kirschen und Orchideen

An das schönste Mädchen, das ich kenne.

Montag Abend, ich komme vom Fußball wieder. Unterzahl. Totgelaufen, Kopfschmerzen und trotzdem muss und möchte ich noch etwas schreiben. Aber ich bin gerade nicht fähig, auf mein Handy zu starren und eine Whats App Nachricht zu schreiben.

Ich sitze hier, esse Kirschen und denke an dich.

Ich geh durch die Wohnung, sehe eine Orchidee, denke an dich.

Ich guck auf mein Handy, sehe dein Gesicht... na klar, denke an dich.

Gucke zur Seite, ein Bild von uns und wieder mal denke ich an dich.

Um deine Frage zu beantworten, warum du all diese lieben Worte verdient hast. Die Gründe sind bereits oben genannt. Ich denke immer an dich und ich habe es dir schon gesagt:

Ich bin verliebt in dich und ich habe keine Angst, es dir zu sagen.

Ich denke, du bist perfekt für mich. Selten hat eine Person mich so gelesen, wie du es tust, selten akzeptierte jemand all die Umstände in meinem Leben, wie du es von Anfang an getan hast. Diese Menschen kann ich an einer Hand abzählen. Selten machte mich jemand so glücklich, wie du es jedes Mal tust, wenn wir uns sehen. Ohne Ausnahme!

Doch so sehr ich Worte habe, die dir in jeder Hinsicht zeigen, was ich von dir möchte, so sehr können andere Wörter, die neutral betrachtet nichts Böses wollen, dich in tiefe Trauer stürzen. Etwas, was ich bei weitem nicht möchte. Das Einzige, was ich möchte, ist mit dir zusammen zu sein. Nicht nur in Gedanken, nicht nur örtlich, sondern auch nach Außen hin. Ich möchte der Welt zeigen, wer mich glücklich macht mit einem kleinen Lächeln, mit einer Berührung, mit dem Halten meiner Hand und mit einem 'Knutschie' (ein Wort, welches du in meinen Wortschatz integriert hast) und ich möchte keine Rücksicht nehmen und mich verstecken in einigen Situationen.

Du füllst mich aus, bist wie meine bessere Hälfte, das fehlende Puzzelteil, was mich komplett macht.

Das Wort, welches in deinen Augen vermutlich den Hass schlechthin darstellt zurzeit, ist das Wort Entscheidung. Ich versuche Geduld zu beweisen, ich versuche, dir den Mut zu geben, die Entscheidung endlich zu treffen und ich versuche alles, dass diese Entscheidung positiv für mich ausfällt.

Ich habe dich heute mit meinen Blicken traurig gemacht, Blicke, die vermutlich ziemlich leer wirkten zwischendurch. Dabei hast du mir wieder alles gegeben, was ich brauchte und ich habe versucht, dir alles zurück zu geben. Die Kirschen, die ich gerade gegessen habe, haben wir heute gepflückt. Hier ein Knutschie, dort ein verliebter Blick und dann noch eine kleine Neckerei. Danach lagen wir wieder einfach auf dem Bett, haben gekuschelt, ich hab dich gehalten, so fest ich konnte um dir zu zeigen, dass ich immer für dich da bin, um dir die Kraft zu geben, die du für Schritte in deinem Leben brauchst. Ich möchte die Wand sein, die hinter dir steht... selbst mit Kleidergröße M. Es hat mich traurig gemacht, dich den Abend vorher weinen zu sehen, aber ich wollte dich weinen sehen. Denn wenn man mit jemanden zusammen sein möchte, dann muss man ihn auch in den schlechtesten Momenten sehen, stützen, ihn versuchen aufzubauen, für ihn dazu sein... und das wollte ich dir zeigen. Natürlich macht es mir Kummer, natürlich macht mir die ganze Situation Kummer, natürlich macht es mir Kummer zu sehen, dass du einem anderen Menschen so stark hinterher weinst.

Du hast mir vor fast 3 Monaten gesagt, was alles nicht so toll lief. Vielleicht habe ich dir die Augen geöffnet, dir gegeben, was du gebraucht hast. Dir gezeigt, wie viel besser es doch sein kann. Und ich würde dir alles alles alles wieder geben, so lang ich es noch kann. Ich denke, du verdienst es und du hast mich noch nie verletzt. Egal ob du knatschig warst, genervt oder wieder bei ihm.

Doch ich habe Angst, dass du nicht das bekommst, was du dir wünscht. Ich habe Angst, dass du alleine dastehst, wenn irgendwann alles ans Licht kommt, was die letzten 3 Monate geschehen ist... und das möchte ich in keinem Fall.

Vor drei Monaten sagtest du mir, dass du nicht glücklich bist, du sagtest mir, dass dich eigentlich nur noch der Urlaub hält. Jetzt kannst du dich nicht entscheiden, obwohl ich dir sage, dass ich jeden Urlaub der Welt auch mit dir beschreiten würde, bis ans Ende der Welt und wieder zurück. Kannst du nicht ein halbes Jahr auf mich warten? 3 Monate? Und wir erleben deinen Traum gemeinsam, ohne dass du vielleicht mit ihm in den Urlaub fährst, er wunderschön wird und ihr euch doch wieder findet. Bis die Gewohnheit wieder einsetzt, bis er alles rausbekommt, was lief, bis ich es vorher nicht aushalte, zu wissen, dass du mit ihm im Urlaub bist?

Was soll ich dir noch sagen? Erklärt dir meine Angst die leeren Blicke heute Nachmittag, den Kummer, den du in meinen Augen gesehen hast?
Es ist der Blick, der dir sagen soll:
Hey, ich bin immer für dich da, ich möchte dir alles geben, was du letztes Mal vermisst hast zum Ende hin und ich zeige es dir die ganze Zeit, aber ich laufe gegen eine Mauer und komme nicht voran.

Wie kann ich dich zum letzten Schritt bringen. Zum Schritt, ja zu mir zu sagen. Dir beweisen zu können, dass ich dir alles gebe, dir zu beweisen, dass wir den Kummer, den du wahrscheinlich für den Moment haben wirst, wenn du ja zu mir und nein zu ihm sagst, zusammen bewältigen? Ich bin da für dich, ich gebe dir Kraft, die du brauchst, ich kann ersetzen, was du hattest und dir noch viel mehr geben... und ich weiß auch, dass mit der Zeit die Wunden heilen werden und du das wieder bekommst, was du momentan wahrscheinlich nicht verlieren möchtest. Einen Freund. Es wird dauern und auch er wird traurig sein. Aber auch er wird seinen Weg gehen. Wir alle sind jung und uns steht die Welt offen, wir können Risiken eingehen, mutig sein. In 1,2,3,6 oder auch 12 Monaten wird sich alles wieder einrenken, ihr seid über die Trauer hinweg gekommen, du hast mich, er wird auch jemanden haben, der ihn auffängt und dann werdet ihr auch so Freunde sein können, als wäre nichts gewesen.

Sag mir, was soll ich machen. Wie kann ich dich gewinnen, wie kann ich die Mauer, gegen die ich laufe, brechen? Ich hoffe, ich kann es so, wenn du diesen Text liest und erreiche nicht das Gegenteil.

Was soll ich dir noch sagen? Ich kann dir alle Komplimente erneut sagen, die ich dir jeden Tag sage. Warum starre ich dich immer so an? Weil du hübsch bist... an dir sehe ich mich nicht satt, sondern ich werde von Mal zu Mal hungriger, ich schlafe besser und ruhiger, wenn du neben mir liegst, ich bin süchtig nach deiner Aufmerksamkeit, ich bin süchtig nach deinen Knutschies, es ist atemberaubend, wie sozial du bist, wie viel Rücksicht du nimmst, wie sehr du dich kümmerst. Es ist gruselig, wie gleich wir sind und denken und handeln. Für mich ein Zeichen, dass du die Richtige bist... ich wusste schon gleich, warum ich nach unser ersten Begegnung bei einer nächtlichen Ausnüchterungs-Pizza bei 'Fresh' behauptet habe, sie ist eine klasse Frau. Der Gedanke wird jedes mal wieder bestätigt, wenn wir uns sehen.

Ich habe dich unbeschreiblich lieb und ich hoffe einfach, dass ich dir nun genug beweise, dass du mich hast und dass ich dir die Kraft gebe, ja zu sagen zu mir und deinen Weg weiter zu gehen, durch die neue Tür, die sich geöffnet hat.

Ich werde hinter dir stehen und dich stützen. Und das wie erwähnt auch mit Kleidergröße M.
<3

23.6.14 23:33, kommentieren

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Blockade – konfuse Gedanken gebündelt und undurchdringlich.

Du bist nicht zufrieden mit deinem Leben? Ändere es.


Sonst noch etwas? Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie oder ob ich MEIN Leben ändern kann. Gibt es einen richtigen Zeitpunkt oder Auslöser, wann man sein Leben überhaupt maßgeblich beeinflussen kann? Oder überhaupt möchte... vielleicht ist es ja doch nicht so sch****, wie man manchmal glaubt.


In meinem Fall - ich kann nicht sagen, ob ich für jeden spreche - ist mein Leben sehr stark an meinen Charakter geknüpft. Das beides geht ineinander über. Wenn ich an mein Leben zurück denke, gibt es kein Ereignis, wo ich Zweifel daran hatte, ob ich mich meiner Ansichten nach falsch verhalte hätte. Es passt einfach zu meinem Charakter.


Doch oft sind es auch die Ereignisse, die Umstände, das Leben an sich, die einen Charakter formen zu dem, was er letztendlich ist. Mein Leben ist bei weitem nicht spektakulär. Mein Leben ist jedoch auch nicht glatt... und so ist nun auch mein Charakter nicht der spektakulärste und trotzdem „kantig“. Ich ärgere mich oft über beide meiner Seiten, über die langweilige und über die „kantige“, doch meiner Meinung nach, kann man einen Charakter nicht grundlegend ändern und so auch sein Leben nicht von Grund auf neu aufbauen oder vieles anders machen.


Ich habe viele Fehler an mir, ich ziehe mich oft zurück und so tut es irgendwie auch mein Charakter. Ich grenze mich manchmal selbst aus, obwohl ich es vielleicht nicht müsste. Doch meine wahren Freunde verstehen es und lassen mich auch in Ruhe, wenn sie merken, dass ich nicht mehr will als das, was ich habe. Umstände führen mich manchmal soweit, dass ich gemein zu einer bestimmten Person bin, die mir alles bedeutet und ich kann es nicht einstellen. Ein schlechter Charakterzug - und diese Person leidet drunter. Ich weiß es, doch ich kann es nicht ändern. Aber ich versuche es. Glaube mir Mama, ich versuche es. Sie selbst hat mir eine der besten Sachen mit auf meinen Weg geben, die ich habe. Denn ohne unsere Situation wäre ich auch nie so geworden, wie ich jetzt bin. Auch, wenn ich mir manchmal selbst wie der Hass in Person vorkomme, bin ich doch eigentlich eine der liebsten Personen, die ich kenne. Zu den Menschen, die es verdient haben, geliebt zu werden - und so verdient es auch meine Mama. Ich muss mich in dieser Hinsicht verändern. Doch es geht momentan einfach nicht. Der ganze Umstand, die ganze Situation, das ganze Leben... es lässt mich nicht umdenken und nicht das machen, was ich eigentlich machen sollte. Doch man muss sich daran gewöhnen und vielleicht kommt dann auch die offene Liebe gegenüber Ihr wieder an die Oberfläche. Ich wünsche es Uns so sehr.


Vielleicht ja mit dem Erreichen eines neuen Meilensteins. Meiner Meinung nach, kann man nur zu dem Erreichen eines Meilensteins sein Leben bedingt ändern und somit auch seinen Charakter. Meilensteine sind in meinen Augen die Zeiten im Leben, wo sich die komplette Struktur durch einen bestimmten Umstand ändert. Theoretisch erreicht man den ersten Meilenstein, wenn man geboren wird. Logisch. Denn ohne Leben, kann man auch kein Leben ändern. Weitere Meilensteine sind die Sprache, die Bewegung bzw. das Gehen in jungen Jahren, Kindergarten, Einschulungen... doch kann man hierbei nur geringfügig eingreifen. Die Außenwelt prägt einen durchgehend, egal in welchem Alter, doch Eltern und Freunde weisen den Menschen in jungen Jahren dahin, wo er hoffentlich hin soll. Doch dann kommt der Moment, wo man begreift, dass man sich auch weniger beeinflussen lassen kann. Eltern rücken in den Hintergrund, der eigene Wille gelangt ans Tageslicht. Unabhängigkeit. Bei den Meisten, ich fühlte mich jedoch immer irgendwie eingeschränkt. Eingefangen. Es liegt nicht an meinen Eltern, es liegt einfach an der kompletten Situation, die wir durch machen... Kein Vorwurf, denn ich wäre sonst nicht so geworden, wie ich im Endeffekt bin. Weitere Meilensteine: Schicksalsschläge, Krankheiten.


Ich habe mich viel an meine Eltern gehalten und mich prägen lassen... und trotzdem bin ich nicht unselbstständig – ganz und gar nicht. Menschen die mich kennen, die wissen das. Das Einzige, was ich damit sagen will, ist, dass ich mein Augenmerk auf andere Dinge gelegt habe in meinem Leben. Einige Dinge treten somit später an mich heran, ich habe in einigen Situationen vielleicht Blockaden, die ich, wer weiß wann, überwinden werde... dafür habe ich andere Seiten an mir, die ausgeprägter sind, als bei vielleicht vielen anderen Personen. Charakterzüge, die durch MEIN Leben beeinflusst wurden. Die vielleicht durch Meilensteine in eine andere Richtung gelenkt werden können. Mein nächster Meilenstein wird der Auszug sein. Vielleicht ein Gefühl von Freiheit, vielleicht eine Chance, Blockaden zu lösen.


Ja, ich möchte mein Leben ändern. Doch alles braucht seine Zeit und mein Leben wird sich am nächsten Meilenstein von alleine ändern, wenn es das will – und dann wird es womöglich auch mein Charakter tun.

25.3.14 19:55, kommentieren

Ausbruch

Manchmal gibt es im Leben Gefühle, die man am liebsten einfach aus dem Weg schaffen möchte, ganz tief vergraben oder im Meer versenkt. Man hat ein unangenehmes Gefühl, ein Gefühl das einen womöglich belastet, Leiden zufügt und nicht aus dem Kopf verschwinden möchte. Gefühle dieser Art zerreißen mich innerlich und sie setzen sich fest.

Ich rede beziehungsweise schreibe gerne mit anderen Leuten über meine Gefühle. Ich bevorzuge in der Tat das Schrei­ben, da ich immer eine Gewisse Distanz verspüre und mehr Zeit habe, die Gedan­ken in meinem Kopf besser zu formulie­ren. Distanz ist in diesem Fall ein grandioser Vorteil für mich, welcher sich aber direkt im nächsten Augenblick zu dem entwickelt, was ich am Meisten fürchte und was ich zudem auch am Meisten hasse. Die Distanz – ich habe das Gefühl, sie tritt in meinem Leben oft auf. Und ehrlich gesagt, weiß ich nicht, warum ich sie einerseits so liebe und im gleichen Schritt jemand bin, der Distanzen verabscheut.

 Ich sehe Distanz nicht nur als eine Entfernung zwischen etwas, Distanz fängt bei mir schon an, wenn Menschen oder nein, wenn Freunde sich nicht dazu aufraffen, sich zu melden. Man muss sie jedes Mal dazu bringen, regelrecht Erinnern, dass man noch existiert. Aber dieses Erinnern führt mich meistens zu dem Entschluss, dass du selbst den Leuten egal bist. Ignoranz. Ist es wirklich so? Oder möchte man vielleicht einfach nur, dass seine Freunde in diesen Momenten so reagieren, wie jemand selbst?

 Ich liebe es, mich mit den Problemen anderer auseinander zu setzen. Ich liebe es, für meine Freunde, selbst für relativ unbekannte Menschen, da zu sein. Ich kümmere mich gerne um ganz junge Leute, sowie auch um ältere. Zeit mit diesen Leuten oder meinen Freunden verbringen und für sie da zu sein, zuhören, Ratschläge erteilen, Meinungen austauschen. Es gibt mir ein sehr gutes Gefühl, diese Menschen glücklich zu sehen oder immerhin besser gelaunt, als zu Beginn unse­rer Unterhal­tung. Ein Lächeln dieser Leute verschafft mir ein gutes Gefühl. Das Gefühl, wieder etwas erreicht zu haben. Wenn Leute sich mir gegenüber öffnen, ist es auch ein wunderbares Gefühl. Es zeigt mir, dass sie mir vertrauen. Es zeigt mir, dass es gut ist, seine Gefühle im Hintergrund zu verstecken und ande­ren den Vortritt zu gewähren.

Mir wurde schon oft gesagt, dass ich dieses Vertrauen ausstrahle, jedoch vertraue ich auch anderen Leuten sehr schnell, Unbekannten. Man baut zu denjenigen sehr schnell eine ‚Freundschaft‘ auf und muss nach genauso kurzer Zeit feststellen, dass diese ‚Freundschaft‘ wieder nichts Wahres ist. Ein Problem des schnellen Vertrauens.

In der Zeit der Medien, des Internets, der mobilen Kommunikation kann man schnell ‚Freunde‘ dieser Art finden. Sie scheinen perfekt, sie sind genau das, was man erwartet. Man kann sich mit ihnen aus­tauschen, selbst wenn man sie nicht persönlich kennt. Man kann ihnen einige Probleme anvertrauen, da sie Distanz zu einem selbst haben, Distanz zu den Problemen, die ich mit ihnen teile und da man sie jedoch nicht persönlich kennt, denkt man sich, es ist nicht schlimm, wenn diese ‚Freunde‘ dann schnell wieder aus einem Leben verschwinden, weil sie sich nicht melden oder weil sie dich nicht mehr brauchen, da ihre Probleme sich in Luft aufgelöst haben. Aber durch das schnelle Vertrauen, was in der einen Situation vielleicht gut war, ist es in der nächsten Situation für mich ein Dorn im Auge.

Dieses Vertrauen ist für mich Basis einer schnell gewonnenen Sympathie. Und wenn diese Sympathie nach kurzer Zeit wieder verschwindet, ist es traurig. Hat man nicht noch eben einen Leidensgenossen gefunden, der sich jederzeit ge­meldet hat und einem mit seinen Problemen geholfen, sowie man es für diejenige Person getan hat? Merkwürdig, trau­rig, verletzend – für mich. Wieder einmal zu schnell vertraut.

Aber es gab ja noch die räumliche Distanz die man hatte, welche auf Dauer das Vergessen einfacher macht, man muss die Person womöglich nicht erneut sehen. Erinnerungen schwinden.

Wenn diese ‚Freunde‘ sich jedoch weitergehend meldet und den Kontakt nicht vernachlässigen, nicht nur über Tage oder Wochen, sondern über Monate und Jahre, ist die Freundschaft schon elementar. Man ist für die andere Person jederzeit da und kann sich auch auf diese verlassen, trotz der räumli­chen Distanz, ist sie dann nicht perfekt? Man fühlt sich ge­schmeichelt, dass anscheinend immer an einen gedacht wird. Da können sich weitere Gefühle entwickeln.

Auch, wenn die räumliche Distanz nicht gegeben ist, fehlt es mir an Nähe. Können Freunde nicht signalisieren, dass an einen Gedacht wird? Natürlich ist die Zeit knapp, vor allen Dingen, wenn man erwachsen wird – durch den geänderten Alltag, der sich automatisch ergibt. Jede Kleinigkeit ist Gold wert, selbst wenn es nur eine Nachricht am Morgen ist, die mir einen schönen Tag wünscht. Meist ein Geschenk, was mich den ganzen Tag über Glücklich macht. Ein wahres Ge­schenk.

Ein weiteres Gefühl, was sich bei mir leider immer wieder einschleicht und mich auseinander brö­ckeln lässt, ist die Eifersucht. Was macht die andere Person gerade? Warum schreibt sie mir denn jetzt nicht? Warum dauert das alles so lange? Ein unangenehmes Gefühl für beide Seiten. Ich selbst versuche aber alles eher in mich hineinzufressen. Den Anderen nichts spüren zu lassen. Lieber leide ich, als dass einer meiner Freunde wegen mir schlecht gelaunt ist. Ich versuche es jedenfalls.

Ich hätte gerne  eine Situation, in der mir alles offengelegt ist. Vielleicht macht es das einfacher zu realisieren, dass alles in Ordnung ist, zu akzeptieren, dass man sich keine Sorgen machen muss. Aber bevor ich nach so etwas frage, warte ich ab. Eine Zeit, die mich auf die Probe stellt. Gedanken, die mich verfolgen. Was wäre wenn?

Es ist sehr schwierig, diese Eifersucht in den Griff zu kriegen, vor allen Dingen, wenn sie nicht zwin­gend auf ‚Liebe‘ ba­siert, sondern schon bei einer einfachen Freundschaft aufkommt. Ich kann es lei­der nicht. Aber ich denke, ich habe gelernt, sie zu verstecken. Mich schlechter fühlen, aber den Ande­ren machen zu lassen. Und vielleicht erfahre ich da­nach mehr Ehrlichkeit, als eine ständige Fragerei als Ergebnis hätte. Ich hoffe es.

Ich glaube die Eifersucht, die ich an den Tag lege, ist ein Resultat daraus, dass ich mich gerne um meine Freunde küm­mer. Ich möchte für sie da sein, möchte an ihrem Leben teilhabe. Neugierde, eine weitere Eigenschaft in dem Zusam­menhang, die mich auszeichnet. Wobei diese Neugierde wohl eher ein gesundes Interesse an der Person ist.

Nicht alle meine Freunde geben mir alles preis, selbst die Besten nicht. Jeder braucht seine Freiheiten und jeder hat Geheimnisse, selbst wenn er es nicht offen zugibt. Das denke ich. Einige Sachen muss man einfach hinter einem Lächeln verstecken, um in der heutigen Gesellschaft klar zu kommen. Und das ist auch gut so. Es zerreißt mich trotzdem, wenn ich merke, meinen besten Freunden geht es nicht gut und sie sagen mir, dass alles bestens sei. Da spielt das Kümmern eine Rolle, das Interesse, die Eifersucht und die dadurch entstehende Distanz. Vertrauen sie mir nicht? Widerwertige Gedan­kengänge.

Ich bin glücklich, dass ich meine Freunde habe, ich bin sogar glücklich über diejenigen, mit denen ich nur kurze Zeit etwas zu tun habe. Sie bilden ein Ventil, ein Ventil was den angestauten Dampf ans Tageslicht bringt. Ich denke, meine Freunde wissen, dass ich in jeder Situation für sie da bin und ich werde ihre Probleme auch immer über meine stellen. Ich kann meine Eigenschaften nicht ablegen. Die positiven nicht, sowie auch die negativen. Aber diese Eigenschaften machen mich aus und auch wenn sie mich auffressen, werde ich sie beibehalten. Denn wenn meine Freunde in meinem Kopf rumschwirren, dann weiß ich, dass wenigstens ich an sie denke.

27.6.13 20:50, kommentieren